Corona + Burnout

16. April 2021
Von: Andy Griesbach

Im letzten Blogartikel von März zum Thema Risiko Burnout: Offenbar steht gerade die Zukunft von Führung insgesamt auf dem Spiel? haben wir auf die Gefahren von Burnout bei Führungskräften in Unternehmen und den daraus resultierenden künftigen Führungskräftemangel hingewiesen.

Aber es sind nicht nur die Führungskräfte, die unter den Belastungen der Pandemie leiden, auch der Anteil der Beschäftigten, die unter den beruflichen Anforderungen leiden, steigt besorgniserregend: Einer Umfrage des Gallup-Instituts vom März zufolge, ist der Prozentsatz der Angestellten, die sich aufgrund von Arbeitsstress ausgebrannt fühlen, von 26% im Vorjahr auf 35% im März gestiegen. Die Gefahr eines Burnout-Syndroms ist damit binnen eines Jahres um etwa ein Drittel gestiegen.

Burnout ist keine Modeerscheinung

Burnout entsteht durch langanhaltenden Stress und die Verdrängung persönlicher Bedürfnisse. Die Folge ist ein – möglicherweise über lange Zeit – verdeckter Prozess von Energieverschleiß auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene. Auf beruflicher Ebene erzeugt dieser Dauerstress mitunter eine Abwärtsspirale verminderter Leistungsfähigkeit bis hin zum Zustand völliger Erschöpfung. Bis zu 15% aller Krankheitstage in Unternehmen sind auf Burnout zurückzuführen. Burnout ist schon lange keine Modeerscheinung mehr und Unternehmen müssen immer mehr Zeit und Geld zu investieren, um betroffene Mitarbeiter auf dem Weg zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu begleiten.

Auslöser für einen späteren Burnout sind häufig ungünstige Glaubenssätze, das beharrliche Ignorieren persönlicher Belastungssignale und das rigide Hören auf “innere Antreiber”; die Ursprünge dieser inneren Konflikte liegen meist im Kindes- und Jugendalter. Konkret bedeutet dies, dass ein Burnout nicht über Nacht auftritt, sondern langsam “erarbeitet” wird – bis zu einem Punkt, an dem es nicht mehr möglich ist, Ratschläge aus dem Umfeld umsetzen zu können. Das Ergebnis ist dann oft, dass die Betroffenen sich wundern, dass “nichts mehr geht” und Mitarbeiter und Kollegen rätseln höchstens darüber, dass es von ersten Anzeichen bis zum Zusammenbruch so lange gedauert hat.

Coaching als Burnout-Prävention und -behandlung im Unternehmen

Für Unternehmen, die ein Coaching als „Burnout-Prävention“ in Betracht ziehen, ist es wichtig zu verstehen, dass bei einem Burnout persönliche Dispositionen und gesellschaftliche Verhältnisse, also das Arbeitsumfeld, ineinandergreifen. Ein nachhaltiges Coaching setzt auf Ganzheitlichkeit und bezieht alle inneren und äußeren Ebenen mit ein. Um aber Betroffene in ihrer beruflichen Entwicklung und Interaktion unterstützen zu können, bedarf es der Unterstützung durch das Unternehmen. Denn zunächst muss erkannt werden, worum es sich handelt – eine Krankheit. Erst dann kann begonnen werden, die persönlichen und beruflichen Faktoren zu ändern. Nachhaltigkeit ist der Weg und das Ziel einer professionellen Intervention durch einen Coach.

In einem professionellen Coaching können die inneren Konflikte, die zum Burnout führen, gewissermaßen erlebbar gemacht werden. Im Normalfall ist der Klient zwar sehr gut über sein Dilemma informiert, er hat Zeitschriftenartikel und Bücher zum Thema gelesen, darüber nachgedacht und darüber geredet. Doch um eingefahrene Prägungen und Gewohnheiten zu ändern, bedarf es oft der Intervention von außerhalb.

Ein Coach kann den Rahmen schaffen, um dem Klienten seine inneren Verstrickungen in Muster und Einstellungen verständlich zu machen. Er kann den Unterschied zwischen Alltagsbewußtsein und Achtsamkeit aufzeigen – und diese Achtsamkeit macht den Klienten auf Veränderungen in Körper, Gefühlen und Gedanken aufmerksam.

Das Ziel von Burnout-Coaching ist also, die Folgen des „Ausbrennens“ nachhaltig zu bearbeiten und vor Wiederholungen zu schützen, bzw. eine Burnout-Prävention zu schaffen. Das Hauptaugenmerk bei einem Coaching liegt dabei auf der Sensibilisierung des Klienten und des entsprechenden Umfelds, der Ressourcenaktivierung, der Verbesserung der eigenen und kollektiven Leistungsfähigkeit sowie gesteigerter Effizienz bzw. Effektivität.

1. Sensibilität

Da Burnout kein individuelles Versagen ist, ist es wichtig, auch das direkte Team, die Mitarbeiter und die Führung, also die „Umwelt“ einzubeziehen. Gerade eine professionelle und systematische Bearbeitung des Burnout-Phänomens kann überraschende, positive Auswirkungen auf das gesamte Arbeitsumfeld ergeben. Entsprechend ist eine Integration in das betriebliche Gesundheitsmanagement von Vorteil.

2. Ressourcenaktivierung

Ein Coaching, das im Ergebnis zur Aktivierung von persönlichen Ressourcen beiträgt, kann eine nachhaltige Investition sein, da der betriebliche Nutzen weit über den Aufwand hinausgeht. Der Klient aktiviert nützliche persönliche Ressourcen, die für vielfältige und komplexe Problemlösungsansätze hilfreich sein können.

3. Verbesserung der eigenen und kollektiven Leistungsfähigkeit

Eine auf die Gesundheit der Mitarbeiter ausgelegte Führung, eine Stärkung des Teamgefühls, der verbesserte Umgang miteinander und die Senkung des Konkurrenzdrucks führen zu einer verstärkten Identifizierung mit dem Unternehmen und größerem Engagement in der Erledigung der täglichen Aufgaben. Es verringert die Gefahr der Abwanderung und führt direkt zu

4. gesteigerter Effektivität und Effizienz.

Egal ob als klassisches Einzel-Coaching in mehreren Sitzungen, als Face-to-Face-Gespräch oder als Kleingruppen-Setting ist ein Burnout-Coaching besonders geeignet für die Arbeit mit erschöpften Angestellten und kann so helfen, dem kompletten „Ausbrennen“ vorzubeugen. Es verringert zudem die Doppelbelastung von Pandemie und Arbeitsanforderungen und erhöht Effizienz und Effektivität.

Ist Ihr Interesse an einem Coaching geweckt worden? Dann freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

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