Nachhaltigkeit als Kulturwandel im Unternehmen – wie müssen Führungskräfte mit dem Thema umgehen und ihre Mitarbeiter mitnehmen und begeistern?

1. September 2022
Von: Andy Griesbach

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt unsere Gesellschaft heute mehr denn je. Nicht nachhaltig agierende Unternehmen laufen zunehmend Gefahr, ihr Ansehen zu verlieren und weniger Umsatz zu machen, da Verbraucher immer häufiger nach Herstellungsmethoden, Herkunft und Arbeitsbedingungen fragen.

Einer großangelegten Umfrage der Unternehmens- und Strategieberatung accenture aus dem Jahre 2021 zufolge, gaben 73% der befragten Führungskräfte an, dass die Entwicklung zu einem wirklich nachhaltigen und verantwortungsvollen Unternehmen bei ihnen in den nächsten drei Jahren oberste Priorität hat.

Doch die Transformation vom gewinnorientierten Unternehmertum zu einem ganzheitlich nachhaltigen Geschäftsmodell ist schwierig, denn es handelt sich um einen komplexen und langwierigen Prozess, der besonders Führungskräfte vor neue Herausforderungen stellt: Wenn es um Nachhaltigkeit geht, fungieren Führungskräfte als Vorbild für ihre Mitarbeiter und müssen mit gutem Beispiel vorangehen.

Nachhaltige Unternehmensführung bedeutet, neben ökonomischen, auch ökologische und soziale Ziele wie Verringerung des Rohstoffverbrauchs und faire Arbeitsbedingungen im Blick zu behalten. Unternehmer und Führungskräfte, die auf Nachhaltigkeit im Unternehmen achten, streben zumeist auch eine ethisch und moralisch „gute“ Unternehmensführung an. Entweder aus eigener Überzeugung oder als Reaktion auf gesellschaftliche Erwartungen.

Der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Mitarbeiterführung

Eine nachhaltige, verantwortungsvolle Führung im Unternehmen braucht nicht nur den „Blick nach außen“, also auf Umwelt und Gesellschaft, sondern eben auch nach „innen“ auf die eigenen Mitarbeiter. Anders ausgedrückt, geht es darum, neben äußeren Ressourcen wie Energie, die inneren menschlichen Ressourcen möglichst ebenso wenig zu „verbrauchen“. Nachhaltige Führung muss zum Ziel haben, Arbeitsfähigkeit (Können) und Motivation (Wollen) der Mitarbeiter langfristig zu erhalten.

Der Kulturwandel zur Nachhaltigkeit beginnt im Kopf

Wollen Führungskräfte ihr Unternehmen nachhaltig ausrichten, müssen sie also zuerst einmal ein eigenes Bewusstsein für und Wissen über Nachhaltigkeit entwickeln. Führungskräfte müssen über die nötige Expertise in den Bereichen regenerativer Energieträger, umweltfreundlichem Ressourcenumgang und Recyclingmöglichkeiten bis hin zu spezifischen Abläufen in der Wertschöpfungskette verfügen, wenn sie ein Unternehmen nachhaltig ausrichten und gestalten wollen. Und nur mit eigener Weiterbildung und Sensibilisierung ist ein souveränes Auftreten nach außen wie nach innen überhaupt möglich.

In einem weiteren Schritt gilt es dann, Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf allen Unternehmensebenen zu kommunizieren. Führungskräfte müssen dafür Sorge tragen, dass alle ihre Mitarbeiter die gleiche persönliche Motivation und fachliche Kompetenz mitbringen, um Veränderungen im Unternehmen voranzutreiben. Die Lernkultur eines Unternehmens kann schon über wöchentliche Meetings oder regelmäßige Schulungen gefördert werden: Alle Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich in den Transformationsprozess einzubringen und Ziele und Entscheidungen können gemeinsam definiert werden. Die Grundvoraussetzung hierfür ist Transparenz – sie macht Bemühungen messbar, sorgt für Glaubwürdigkeit bei Kunden und schafft Vertrauen innerhalb der Belegschaft.

Verfügen alle Mitarbeiter über die nötigen Kompetenzen, müssen Führungskräfte lernen, Verantwortung abzugeben. Eigenverantwortlich handelnde Mitarbeiter entlasten die Chefetage und beschleunigen die Arbeitsvorgänge. Ein Schritt, der vielen Vorgesetzten zunächst schwerfallen mag, jedoch für ein nachhaltiges Unternehmensmanagement unumgänglich ist, denn Nachhaltigkeit braucht flache Hierarchien. Führungskräfte nehmen hierbei eine coachende Position ein und sorgen für ein partnerschaftliches Verhältnis zu ihren Untergebenen, indem sie diese Leitwerte immer neu vorleben.

Führungskräfteentwicklung und Unternehmenskultur

Die Transformation zu nachhaltiger Unternehmensführung ist keine einmalige Maßnahme, sondern ein langwieriger Prozess. Es geht um nicht weniger als um einen Wandel in der bisherigen Unternehmenskultur und die Einbindung ökologischer und sozialer Aspekte in alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens. Und gerade bei der Schonung der Ressource Mensch gehen Profitorientierung und ethisches Handeln Hand in Hand: Qualifizierte, gesunde Mitarbeiter können besser zum betriebswirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beitragen und nachhaltiger Umgang bedeutet nicht ausbeuterischen Verbrauch, sondern verantwortungsbewusstes Aufrechterhalten. Nachhaltiges Führungsverhalten ist die Basis nachhaltigen Personalmanagements. Nur Führungskräfte, die diese neue Unternehmenskultur vorleben, können ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und Mitarbeiter für das Unternehmen gewinnen, und ihren eigenen Beitrag zum Aufbau eines nachhaltigen Unternehmens leisten.

Sie möchten die Nachhaltigkeitsstrategie Ihres Unternehmens implementieren oder verändern? Sie möchten dabei Ihre Führungskräfte und Mitarbeiter während dieses Veränderungsprozesses unterstützen? Dann freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.

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