Nachhaltiges Bauen: Die grüne Revolution

1. November 2022
Von: Andy Griesbach

Was bedeutet nachhaltiges Bauen? Zur Bedeutung nachhaltigen Bauens

Im nachhaltigen Handeln als gesamtgesellschaftlicher Aufgabe, kommt gerade dem Bauwesen aufgrund seiner Inanspruchnahme von Ressourcen und Erzeugung von Emissionen eine wesentliche Bedeutung zu.

Die Anforderungen an nachhaltiges Bauen umfassen Energieeffizienz und Klimaneutralität, den Erhalt der Biodiversität, die Ressourcenschonung und Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen, die Reduzierung des Flächenverbrauchs, die nachhaltige Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen einschließlich der Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette sowie die Sicherung von Gesundheit und Komfort der Bewohner.

So unterschiedlich wie die Anforderungen sind auch die Interessen von Bauherren, Nutzern und Gesellschaft: Für Bauherrinnen und Bauherren sind ein kostengünstiger Bau, später jedoch die Betriebs- und Instandhaltungskosten von Bedeutung. Für die unmittelbar Nutzenden sind der Komfort und die Funktionalität wesentliche Faktoren, für die Gesellschaft der Ressourcenverbrauch und die Reduzierung negativer Umweltwirkungen.

Der Grundgedanke des nachhaltigen Bauens ist, diese unterschiedlichen Interessen in Einklang zu bringen und vielschichtigen und komplexen Anforderungen bestmöglich zu erfüllen – gelingt dies, entstehen Gebäude, die umweltfreundlich sind, lange Bestand haben, wertstabil und zukunftssicher sind, hohe Wohnqualität haben und gesellschaftlich akzeptiert werden.

Worauf kommt es beim nachhaltigen Bauen an?

Die Beurteilung eines Gebäudes als „nachhaltig“ erfolgt immer aus der Perspektive der Auswirkungen auf die Umwelt. Nachhaltiges Bauen bedeutet also, den Energie-, Flächen- und Ressourcenverbrauch zu minimieren und die Natur durch ein Gebäude während des gesamten Lebenszyklus‘, also Bau, Nutzung und Rückbau, möglichst wenig zu belasten. Nachhaltiges Bauen umfasst alle Aspekte von der Wahl des Bauplatzes über die Architektur, die Energie-, Wasser-, Materialeffizienz, den Betrieb, die Instandhaltung sowie Abfallvermeidung bis hin zum ressourcenschonenden Betrieb und dem Rückbau nach einer möglichst langen Nutzungsdauer.

„Nachhaltig“ bedeutet aber nicht nur „öko“: In intelligenten „Green Buildings“ sorgt umweltfreundliche Hightech für einen sparsamen Verbrauch von Energie und Wasser und für eine angenehme Arbeits- und Wohnatmosphäre. Solarzellen und Photovoltaikanlagen auf Dächern und in der Fassade oder Windkraftanlagen auf Wolkenkratzern gewinnen nicht nur Energie hinzu, sondern machen Gebäude energieautark, moderne Verteilungssysteme für Beheizung und Abkühlung sowie Vorrichtungen für natürliche Luftströme im Gebäude machen Klimaanlagen überflüssig. Biologisch abbaubare Materialien wie Farben mit Milchproteinen, Calcium und natürlichen Mineralien oder Isolations-Material aus Hanf oder innovative Hightech-Baustoffe wie Phasenwechselmaterialien für die Isolierung, die Wärme aufnehmen und wieder abgeben indem sie zwischen flüssigem und festem Zustand alternieren, machen nachhaltiges Bauen immer wettbewerbsfähiger.

Die Vorteile nachhaltigen Bauens

Nachhaltiges Bauen hat viele Vorteile: Durch die Verwendung von nachhaltigen Baustoffen entstehen zwar oft höhere Baukosten, welche jedoch mit geringeren Betriebskosten belohnt werden. Zudem ist die Wohn- und Arbeitsqualität in „Green Buidlings” sehr hoch. Eine Nachhaltigkeitszertifizierung ermöglicht die finanzielle Förderung etwa durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – je höher der Ökofaktor, desto höher sind die Fördersummen. Und zu guter Letzt – nachhaltige Gebäude beleben das Stadtbild und schützen Natur und Umwelt.

Dies gilt längst nicht mehr ausschließlich für Privathaushalte. Auch Unternehmen müssen sich intensiv mit ihrem Immobilienmanagement und der Nutzung von vorhandenen Flächen auseinandersetzen. Die Oberflächenversiegelung von Parkplätzen, die Temperatursteuerung von rein oberirdischen Gebäuden für die Produktion sowie die Wasserrückgewinnung sind dabei nur ein paar Stichpunkte, die bei einer Planung von Betriebs-, Lager- und Produktionsstätten zu berücksichtigen sind. Der Klimawandel hat hier für viele Unternehmen eine besondere Bedeutung als Folge.

Nachhaltiges Bauen – eine Entscheidung für die Zukunft

Ursprünglich in den 70er als Folge der Ölkrise und der Naturschutzbewegung aufgekommen, wird nachhaltiges Handeln heute zunehmend zu einem gesellschaftlichen Anspruch, um für folgende Generationen Lebensqualität und Umwelt zu erhalten. Konventionelles Bauen verbraucht enorme Ressourcen und verursacht hohe Emissionen, nachhaltiges Bauen hingegen reduziert die negativen Effekte und schützt so das Ökosystem. Das „Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat“ definiert die Bedeutung nachhaltigen Bauens wie folgt: „Die nachhaltige Entwicklung besitzt weltweit als Leitbild für die Zukunft eine herausragende Bedeutung. Das Bauwesen nimmt dabei eine besondere Stellung ein, weil es wesentliche Bedürfnisse des Menschen wie Wohnen und infrastrukturelle Bedürfnisse befriedigt und zugleich große wirtschaftliche und für die Umwelt relevante Aufwendungen damit verbunden sind.“ und Deutschland hat sich verpflichtet, bis zum Jahre 2045 den gesamten Gebäudebestand klimaneutral zu gestalten.

Das hohe Innovations-Potenzial gerade der Bauindustrie in Deutschland, Technologien für die saubere Energiegewinnung, leistungsfähige und abbaubare Materialien sowie High-Tech für die intelligente Gebäudesteuerung schützen nicht nur die Umwelt, sondern auf lange Sicht auch die Kosten. Und immer mehr Projektentwickler, Architekten und Bauherren erkennen und schätzen beispielsweise die geringeren Lebenszykluskosten nachhaltig gebauter Gebäude.

Für Unternehmen bedeutet das Immobilienmanagement besonders vor dem Hinblick des Berichtswesens in Bezug auf die Nachhaltigkeit und Umweltmanagement (CSR-D, GRI, EMAS, …) ebenfalls ein wichtiges Potential. Berücksichtigen Neubauten verschiedene nachhaltige Aspekte, wie beispielsweise die doppelte Nutzung versiegelter Flächen (Photovoltaik als zusätzliche Beschattung von geschaffenen Parkplätzen neben einer Bepflanzung mit integrierten Wasserrückgewinnungsflächen aus dem Oberflächenwasser), ist dies ein wichtiger Bestandteil der eigenen Umweltziele im Berichtswesen und schafft gleichzeitig ökonomische Vorteile durch eine Reduzierung von Energielieferanten. Der Betrieb eigener E-Tankstellen für Kunden oder Mitarbeiter ist dabei nur ein zusätzlicher Vorteil.

Sie möchten mehr über Nachhaltigkeit in Unternehmen erfahren? Dann kontaktieren Sie mich gerne – ich freue mich auf Sie!

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